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Weihnachtsgedicht - www.hildesheimer-literaturverlag.de
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Weihnachtsgedicht

 

Weihnachten

oder Jesus hat Geburtstag

 

Es ist wie Weihnacht jedes Jahr,

Die Nacht ist kalt, die Nacht ist klar.

Ein großer Stern erstaunt die Leut,

Denn Jesus hat Geburtstag heut!

Im Himmel ist der Teufel los,

Man feiert den Geburtstag groß,

Maria backt n Riesenkuchen,

Denn viele woll’n den Sohn besuchen!

Sie backt `n Stollen für den Christ,

Weil der den doch so gerne isst.

 

Schon klingelt‘s an der Himmelspforte

Die Gäste sammeln sich vor Orte

Der Engelschor stimmt Händel an

Und Joseph schleppt Geschenke ran.

Der Heilige Geist ist auch schon da,

er ist ja schließlich der Papa!

 

Ach, was die Gäste zum Gedenken

Dem Jubilar so alles schenken

Von Abraham ein Opferlamm,

Vom Papst ein Glückwunschtelegramm,

Von Petrus gibt es ein paar Socken,

Von Paulus Messwein, extra trocken,

Und vor dem großen Himmelstor

Stehn heil`ge Könige davor.

Sie bringen Myrrhe an und Gold,

Und Weihrauch duftet süß und hold!

Von Luzifer kommt unerwartet

`Ne angesengte Glückwunschkarte.

Den Gästen wird es warm im Herzen,

Als Jesus bläst 2000 Kerzen,

Und weil es allen so gut schmeckt,

Spendiert Gottvater einen Sekt!

 

Doch Jesus ist ganz schlecht gelaunt

Und Mama fragte ihn ganz erstaunt

Was denn den Sohnemann bedrücke,

Was fehle am Geburtstagsglücke.

Darauf erwidert Gottessohn:

„Naja, ich freue sich ja schon,

Doch wenn auf Erd die Glocken läuten,

Dann wäre ich gern bei meinen Leuten,

Da unten auf der runden Erde,

Dort wo ich angebetet werde!“

 

Maria sehr verständig war,

Sie streichelt ihm sein gülden Haar:

„Wenn du es gerne willst, dann fahr

Zum Weihnachtsfest im nächsten Jahr

Und feiere den Geburtstag dort

Am Heil`gen Abend mal vor Ort.“

 

Ein Jahr vergeht, es ist soweit!

Wie Jesus sich auf Weihnacht freut!

Nach all den vielen, vielen Jahren

Darf er zur Erde runterfahren!

Und als gerade Jesus Christ

Auf seinem Weg nach unten ist,

Da kommt ein großer Schlitten an

Mit laut Geläut und Elchgespann,

Und obendrauf sitzt Santa Claus,

Der sieht genervt und hektisch aus!

Der Jesus hält den Schlitten an

Und sagt zum durchgefror‘nen Mann:

„Fahr, lieber Weihnachtsmann, nach Haus

Und ruh dich dieses Jahr mal aus!

Ich fahre selbst zur Erde nieder

Und zeig mich endlich einmal wieder.

Ich will den Menschen Frieden bringen,

Von dem sie Weihnacht immer singen!“

 

Der Weihnachtsmann schaut traurig drein:

„Ach Jesus, lass das lieber sein!

Das interessiert doch keinen mehr,

Geschenke müssen reichlich her!

Kein Mensch denkt noch an Gottessohn,

Man denkt ans Notebook und ans Phone!

Den Kram schmeiß ich zum Schornstein rein,

Und alle werden friedlich sein!

Ach Gott, ich kenne mich da aus,

Kehr um und fei‘re du zu Haus!“

 

Der Jesus ruft Maria an

Und kündigt seine Rückkehr an:

„Ach Mama, back Geburtstagskuchen,

Ich hab auf Erden nichts zu suchen!

Kein Mensch will was von Frieden hören,

Sie wollen nur noch Fernsehröhren.

In Zukunft zieht´s mich nicht mehr her,

Ich fei‘re Weihnachten nicht mehr!!“

 

© Dr.Jörg Hellmann